FG Monstertruck

"Big Mama" - The Bad One

Maßstab 1:6, Länge: 720mm (mit Stützrolle 790mm), Breite: 510mm, Kampfgewicht: 17kg, Motor: Zenoah 26ccm.

Nach vielen Tagen entschied ich mich endlich einen Monstertruck zu bauen. Welcher sollte es sein? Na klar! Ein Gröschl, aber nicht irgend einen. Die Big Mama sollte es sein und mit einem kompletten Aluumbau aller möglichen Teile. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich zwar dass dies nicht einfach und billig wird, aber ich lies meiner Kauflust vollen Lauf. Meinem Shop, der Hobbythek, einige Mails geschickt und klar war der Umfang. Im Rahmen einer Urlaubsfahrt holte ich meinen MT selbst dort ab. Einige wenige Teile musste ich zwar noch dazu kaufen aber ansonsten gefiel mir die Zusammenstellung meiner Bestellung recht gut. Ein kompletter Umbau auf Elcon-Ersatzteile musste sein, denn diese Aluteile sind CNC gefertigt und sehen absolut bildschön aus. Ich glaube so eine verrückte Zusammenstellung für das Gelände gibt es nur einmal.

Die "Big Mama" musste noch einige Tage im Karton verbringen da mein BMW-Projekt noch nicht fertig war. Der Gedanke daran machte mich wuschig. So schnell als möglich wollte ich an den MT.

Und dann war es soweit! Der Tag X war da und der MT erblickte zum ersten male das Kellerlicht. Leider gibt es für die Elcon - Teile keine Bauanleitung. Bilder vom Shop und von der Elcon Homepage mussten genügen um die erforderlichen Teile zusammen zu richten und zusammen zu setzen. Die Vorderachse schien mir die beste Lösung zum Beginn des Umbaus zu sein. Also raus mit der originalen, rein mit den Elcon - Teilen. Selbstverständlich kam wie auch bei meinen bisherigen Fahrzeugen eine Magura - Bremse zum Einsatz. Aluspurstangen aus meiner CLK vervollständigten die Achse. Der Anblick dieser neuen Achse trieb mir fast die Tränen in die Augen. Absolut schön und passgenau gefertigt! Die Clipse zum einstellen des Nachlaufes an den Querlenkern mussten zwar etwas dünner gefeilt werden, aber wenn es weiter nichts ist... Als nächstes wurde der Servosaver und die Servoplatte gewechselt. Als Servolösung wurden zum Lenken ein Multiplex Rhinoservo Digi4 und für die Gas/Bremsanlage zwei Multiplex Titan Digi4 verbaut. Bei den Servos wollte ich diesmal nicht sparen, da im Gelände die Belastung doch recht groß ist.

Nun ging ich an den absoluten Megaumbau der Motor/Hinterachseinheit. Auch hier sind die Elcon - Teile absolut passgenau. Ein einstellen des Zahnflankenspieles an der Hinterachse erübrigt sich, da die Drehpunkte der einzelnen Achsen jetzt zusammen auf einem Alublock sitzen. Leider kann die originale Epoxydharzbremse nicht weiterverwendet werden, da bei der Elcon - Aufnahme die erforderlichen Halterungen fehlen. Also muss auch hier eine Magura eingebaut werden. Die Motordeckel wurden ebenfalls aus meiner CLK verwendet, da diese auch silber waren. Die unteren Lenker sind bei der Vormontage auf 0 Grad Vor/Nachspur eingestellt wurden und können noch nach den Bedürfnissen nachgestellt werden. Sobald die Mama fertig ist, muss diese eh auf die Achsmessbank.

Die Hinterachseinheit bekam endlich eine Magura verpasst. Wenn diese auch aus meiner CLK war, sie war absolut in Ordnung und fast neuwertig. Die erforderlichen zwei Bremszylinder brachten mich zwar etwas in Platznot, aber auch dieses Problem wurde durch die schräge Kolbenstangenbetätigung mehr oder minder gelöst. So langsam wird es eng im Fernsteuerbereich. Es fehlen noch der Akku und der Empfänger mit dem Schalterkabel. Der Empfänger wird wie auch bei meinen anderen Modellen auf dem Lenkservo platziert, der Schalter wird wohl an die Spitzwasserabdeckung montiert werden. Auch eine wasserdichte Lösung für die Ladebuchse muss noch her.

Der Auspuff musste auch wieder eine Klaus´che Sonderanfertigung werden. Zwei Sidepipes und eine Rohrkonstruktion vom Topf an die Rohre waren ein kalkuliertes Muss. Nach einigem sägen und bohren erfreute mich der Anblick des Rohrgerippes. Jetzt konnte er zum veredeln geben werden.

Nun machte ich mich parallel an den Umbau und die Lackierung der Karosse. Der vordere abnehmbare Stoßfänger musste zu erst dran glauben. Beide Kühlergrills wurden komplett ausgeschnitten, zwei Reflektoren für die Nebellampen montiert und es wurden auch die zwei LED´s für die Reflektoren montiert. Der Scheinwerferrahmen lackierte ich mit einer Chromfarbe die sich allerdings mit jedem Klarlack den ich probiert hatte nicht vertrug. Aus der glänzenden Chromoberfläche wurde eine mittelgraue. Sah danach einfach besch... aus. Als Endlösung wurde einfach eine hellsilberne Lackschicht aufgebracht. Der untere Teil der Frontpartie lackierte ich mit "Gun", einer anthrazitfarbener Lexanfarbe. Dieser Farbton gefiel mit schon auf meinem Atego. Die Grilleinsätze wurden aus 1mm starkem Lochblech verblendet. Um hier ein Kontrast zu erzielen wurde der obere Grill auch in "Gun" lackiert, der untere wurde Hochglanz poliert. Die schwarz/silbernen Kontraste geben der Frontpartie den letzten Schliff.

Die restliche Karosse wurde durchgängig mit "Gun" lackiert. Geplant ist, dass alle Anbauteile in Silber bzw. Chrom gehalten werden. Da viele Kunststoffteile der Anbauten die Chromfarbe auch nicht vertrugen, wurden diese auch mit der gleichen Silberfarbe des Kühlergrills lackiert. Zu diesen Teilen gehörten die Außenspiegel, Türgriffe, hintere Stoßstange, der Windlauf und der stilisierte Griff der Heckklappe. Im silbernen Windlauf durften die Wischerblätter nicht fehlen um das Gesicht zu komplettieren. Nun geht es an die Aluteile! Die Ladefläche der Mama wird mit Riffelblech ausgelegt und ein Überrollbügel mit Lampenträger muss auch noch sein.

Endlich ist auch der Überrollbügel da. Leider war das Päckchen nicht komplett, der Lampenträger und ein Alu-Radmutternsatz fehlte. Da hatte ich mich wohl zu früh gefreut. Jedenfalls bin ich auf die Reaktion des Internetshops gespannt. Ich hoffe zumindest dass die Entscheidung für mich gut ausfällt. Die Montage des Bügels brachte keine Schwierigkeiten mit sich. Ich weis nur dass dieses "Ungetüm" absolut willenlos aussehen wird. Das Anpassen des Riffelbleches brachte keine Probleme mit sich. Da die Blechtafeln ein wenig zu kurz sind musste ich eine Platte anstückeln. Alle oberen Kanten des Riffelbleches wurden mit einem Kantenschutz versehen, und die restlichen Kanten noch mit Silikon gegen Schmutz und Wasser abgedichtet. Das ist ein Muss für diesen Geländehammer!

Der Überrollkäfig und die selbstgebaute Auspuffanlage kam endlich vom vernickeln zurück. Der Käfig macht schon einiges her was ich allerdings von meiner Rohrkonstruktion nicht behaupten kann. Udo bestätigte mich dann endlich in meinem ersten Eindruck und schon musste die Anlage in den Eimer, Mülleimer natürlich. Schade zwar für die Arbeit, aber es kann nur noch besser werden. Das aufziehen der vorderen und hinteren Leuchten brachte diesmal keine Probleme mit sich. Die Passgenauigkeit war spitzenmäßig! Zur reinen Vorbeugung versiegelte ich die Kanten mit Klarlack - da sollte jetzt nichts mehr los werden..

Die Maße der Karosserielöcher mussten von Grund auf nachgebessert werden. Vorne konnten die Löcher auf 10mm aufgebohrt werden, die hinteren allerdings mussten neu platziert und angepasst sein. Zum Glück hatte ich die Löcher der Pritschenplatte noch nicht gebohrt, so dass dies kein Problem darstellte. Nach dem Entgraten fixierte ich wie bei allen meiner Karosserien auf der Innenseite einen dünnen Moosgummistreifen zum Schutz gegen das Verkratzen beim aufsetzen der Karo. Die seitlichen Löcher sind ebenfalls nicht an der richtigen Stelle. Ein Anpassen ist leider auch hier erforderlich.

Nun können die Sidepipeverkleidungen in Angriff genommen werden. Gelochtes Aluminiumblech gibt der Optik den nötigen Renncharakter und peppt den Megaboliden auf. Gesagt - getan. Die Anfertigung stellte sich nicht gerade als schwierig heraus, selbst das polieren ging schnell von statten. Der Überrollbügelhalter wurde nun endlich auch geliefert. Noch am gleichen Abend montiert ziert jetzt ein wahnsinns Chromteil die Karosserie. Als Eyecatcher habe ich mich für einen selbst gebauten oberen Rammbügel entschieden. Die erste Version kam nie in das Montagestadium, die zweite Version schaffte zwar die Anprobe musste aber nach wenigen Tagen den Mülleimer von innen sehen. Erst die dritte Variante war genau das was ich suchte. Angefertigt mit 8mm starkem Messing-Vierkantprofil passte dieser zur Gesamtoptik. Die Bilder findet Ihr wie immer in der Galerie.

Die untere Rammplatte die als Schutz der Vorderachskonstruktion dient, werde ich CNC-Fräsen lassen. Ich hoffe dass mein ALU-Lieblingsshop mal wieder ein gutes Angebot machen kann.

Unter die Motorhaube montierte ich ein Motorimitat eines Dragsters. Im kompletten Zustand sollte dieser Motor unter und durch die Haube. Der Motor und viele Anbauteile mussten den Gegebenheiten angepasst werden. Motorhaube wurde ausgeschnitten und mit Kantenschutz versehen. Nun zeigt sich ein V8 mit viel Chrom über und unter der Haube.

Zur amerikanischen Gesamtoptik passt ein US-Kennzeichen. Im Internet sah ich eine Vorlage die im Hintergrund ein springender Monstertruck zeigt. Schnell noch einen Namen, eine Schrift ausgewählt und schon war ihm der Namen sicher. Ab heute heißt meine Big Mama - The Bad One. Das Kennzeichen montierte ich auf eine hochglanzpolierte Aluplatte welche ich mit 4 Schrauben M1,6 (Ja, Ihr habt richtig gelesen) an der Karo befestigte. Aus dem Amiland bestellte ich noch ein paar Spinners für die Monsterfelgen. Diese musste ich leider etwas verändern damit die Drehfunktion erhalten bleibt. Denn nach dem Anziehen der äußeren Befestigungsschraube drehte sich der Spinner leider nicht mehr, der Druck des Arretierringes auf den äußeren Lagerringes war zu groß. Dies konnte ich durch unterlegen mit einer kleinen Feder auf die Befestigungsschraube umgehen. Der Druck wird jetzt so wie es sein soll auf den inneren Lagerring ausgeübt.

Leider musste ich den eingebauten Seilzug zur Gasanlenkung wieder ausbauen, mir gelang es einfach nicht den gesamten Hebelweg des Vergaser auszunützen. Alle Tricks mit Hebelveränderungen brachen keinen Erfolg. Also Seilzug raus, Gestänge rein. Was soll ich sagen - es funtzt. Nun konnte ich endlich an die Feineinstellungen meiner Funke gehen, diese dauerten zwar schon ne gute Stunde aber nun ist es soweit. Der Tag des Einlaufens rückt näher.

Heute war es endlich der Tag der Tage - Bad One sah nach sehr langer Zeit das Tageslicht. Choke zu, zwei mal gezogen, Choke auf und zieh an - GEIL, GEIL, GEIL, war für ein Klang. Dieser Sound schreit nach mehr. Die gesamte Tankfüllung verbrauchte er auf zwei mal, so dass er morgen auf die Strecke kann.

Nun... endlich war es soweit. Bei relativ angenehmen Temperaturen fuhr ich noch sehr vorsichtig und zaghaft meine wenigen Runden. Das Fahrverhalten ist mit meinen bisherigen Fahrzeugen nicht mehr zu vergleichen. Das Chrom und die schwarzen Elemente harmonieren hervorragend. Kurz vor Schluss meiner letzten Fahrt verlor ich meine beiden Spinnerhalterungen auf der Hinterachse. Die Vibrationen und die Drehwirkung der Spinner rüttelten die Gewindehülsen lose. Auch dafür werde ich eine Lösung finden.